Hass und Solidarität – „Allein, alleiner, alleinerziehend“

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Schon vor einiger Zeit habe ich Christine Finkes Buch „Allein, alleiner, alleinerziehend. Wie die Gesellschaft uns verrät und unsere Kinder im Stich lässt“ gelesen. Aus aktuellem Anlass möchte ich an dieser Stelle sowohl das Buch als auch Christines Blog „Mama arbeitet“ nachdrücklich empfehlen.

Christine schreibt über ihr Leben als alleinerziehende Mutter mit drei Kindern und die kleinen und großen Hürden ihres Familienalltags. Sie schreibt über persönliche Gedanken, über politische Ideen und unterstützt und initiiert auch immer wieder konkrete Forderungen und Kampagnen wie den #muttertagswunsch und zum Unterhaltsvorschuss. Besonders bewundere ich ihre Vielseitigkeit: Neben den sachlichen Analysen formuliert sie in ihren Texten ihre Wut, ihre Verzweiflung genauso wie ihre Begeisterung.

Ich habe mich in den letzten Wochen mit Männerrechtlern angelegt, teilweise üble Nachrichten bekommen und viele viele Leute bei Twitter blocken müssen und dann hat der gestrige Tag wieder einmal mehr als deutlich gemacht, wie ungleich größer und gewaltvoller der Hass auf Frauen sein kann, die sich zu diesen Themen öffentlich äußern.

Christine wurde gestern in einem Text von einem Maskulinisten massiv beleidigt. So absurd und durchgeknallt der einzelne Text an vielen Stellen wirkt, so zeigt er mehr als deutlich wie kaputt das ist, was gemeinhin unter Männlichkeit verstanden wird, wenn es für Männer möglich ist, so über Frauen zu denken und zu schreiben.

Ich bewundere Christine für ihre alltägliche Arbeit und ich hoffe mit Antje Schrupp, dass der Hass solcher Typen, so schmerzhaft er oftmals sein kann, auch ein Zeichen für Veränderung ist: „Denn während sie Emanzipation und Gleichstellung noch ignorieren konnten, weil sie dachten, das betrifft sie ja nicht, merken sie nun so langsam, dass es tatsächlich auch um sie geht. Dass die Welt, so wie sie sie sich bisher zurechtphantasiert haben, nicht die ganze Realität ist. Dass es da noch andere gibt, die ihren Platz behaupten.“

In diesem Sommer durfte ich Christine persönlich kennen lernen und ihr bei einer Lesung zuhören, wir kamen im gleichen Radiobeitrag zu Wort und ich gehe fest davon aus, dass sich unsere Wege auch in Zukunft immer mal wieder kreuzen werden. Und ich freue mich, dass es für immer mehr Leute nicht mehr möglich ist, Frauen wie Christine zu ignorieren.

Zuletzt möchte ich mich vielen anderen klugen Frauen und ihren hier folgenden Tweets anschließen:

2 Antworten

  1. iv milos sagt:

    Bin est über Twitter auf Christine Finkes Buch aufmerksam geworden (oh, hätte ich dergleichen schon vor 13 Jahren gelesen!), und wollte dann wirklich wissen, was hinter den beleidigenden tweets steckt und habe eins nachverfolgt und bin auf eine Website mit dem passenden Namen „Das Männermagazin“ gestoßen, mit einem Artikel von einem Leutnant Dino über Christine. Finke und es hat mich wirklich von den Latschen gehauen, weil nicht nur er sich in seinem Artikel mit so selbstgefälliger Abwertung äußert, sondern ALLE Kommentatoren noch schlimmer in dasselbe Horn blasen! Oh mein Gott! Ich würde zu gerne alle diese Männer (? vermute ich jetzt mal…) zu einem 1-wöchigen Experiment einladen, in dem sie genau in so eine Situation reingeworfen werden, über die sie sich so lustig machen: komplett auf sich alleine gestellt mit sagen wir mal, 1 bis 2 Kindern im Alter von 3-7 Jahren, ohne PKW und mit einem Nettoverdienst von 1.600,-€ in einer mittelgroßen Stadt, oder Großstadt, ohne Omas und Opas weit und breit und NEIN, ohne Putzhilfe etc…, ok, ich bin mal freundlich und sage, nur 1 Kind aber dafür einen ganzen Monat, arbeiten und GANZ ALLEIN mit dem Kind, no Kindsmutter etc… ah ja, und noch eine Kleinigkeit, KEIN Unterhalt! Den erhalten nämlich, wenn ich der Zeit vom Juli 2016 vertrauen kann, nämlich 50%!!! der Alleinerziehenden nicht!

    Oh Mann, mich macht so etwas so fertig!

  2. Sandy sagt:

    Mimimimimi 🙂

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